Projekt Beschreibung

  • Hersteller: Citroen

  • Typ: SM

  • Erstzulassung: 09.02.1973

  • Motor: V6 Zylinder mit Kraftstoffeinspritzung

  • Hubraum in ccm: 2.674 ccm

  • Leistung : 131 kW / 178 PS

  • Höchstgeschwindigkeit: 228 km/h

  • Getriebe: Handgeschaltetes 5-Gang-Getriebe

  • Leergewicht: 1.490 kg

  • Abmessungen: Länge 4,91 m, Breite 1,83 m, Höhe während der Fahrt: 1,32 m

  • Lackierung: Goldmetallic

  • Innenausstattung: Sitze und Türbeläge in in echt Leder braun, Teppiche beige.

Es gibt langweilige Autos, es gibt schöne Autos, starke Autos, große Autos und es gibt ein intellektuelles Auto, das ist der Citroen SM. Intellektuelle haben es nicht einfach. Wer den SM versteht, sagt die Modellbezeichnung SM stehe für Seine Majestät. Seine Gegner vertreten die Ansicht SM stehe für Sado/Maso, womit sich deren vermeintliches Wissen um das große Coupe meist auch schon erschöpft. Citroen sagt übrigens, das S stehe für das S aus dem legendären DS-Modell und das M für den Motorenlieferant Maserati, an dem Citroen damals Mehrheitseigner war. Mittlerweile ist die Modellbezeichnung SM aber ein fester Begriff, der für sich selber spricht. Und das kommt nicht von ungefähr, denn je länger man sich mit ihm beschäftigt, desto mehr zieht er einen in seinen Bann.

„Selten, exklusiv, schön und  schnell“ schrieb Autobild nach einem ausgiebigen Testtag und gestand ihm zu „Ein Meilenstein des Autobaus“  zu sein. Bei Architekten, Designern, Galeristen und sonstigen Ästheten war und ist er besonders beliebt – weil er auf eine faszinierende Art eigenständig ist. Das fängt mit der Optik an Karosserie an, deren Spurweite vorne volle 20 cm breiter ist als hinten, entsprechend  flamboyant verjüngt sich die Karosserie. Schon im Stand gleitet der SM durch den Wind. Parkt man ihn, senkt er sich nach einer gewissen Zeit ab und ruht distinguiert in sich selbst.

Das Rückspiegelimage eines Autos wurde in den siebziger Jahren maßgeblich durch die Anzahl der Scheinwerfer bestimmt. Brot- und Butterautos hatten zwei Scheinwerfer, die Oberklasse vier  und der SM serienmäßig sechs – von denen zwei als Kurvenlicht mitlenken und dieser hier hat sogar acht. Die komplett verglaste Front besteht nicht wie beim Ferrari Daytona aus einfachem Plexiglas, sondern aus drei kunstvoll geformten, mehrere Kilo schweren Glasbausteinen – das entzückt den Ästheten.

Wenn irgendwann mal von einem SM nichts mehr da ist, die Stoßstangen und die Kofferraumeinfassung bleiben übrig – es sind aus rostfreiem Edelstahl geformte Skulpturen, die man als Artobjekt auf’s Designersideboard drapieren kann. Apropos Designer, in den siebziger Jahren wogte auch durch Frankreich so ein spacig angehauchtes Weltraumdesign, das sich hier im Innenraum wiederfindet. Die aufwendigen, ledernen Sitzbezüge und Türbeläge, die ovalen Armaturen und vor allem das rote Warnauge im Armaturenbrett. Das ganz rechts angeordnete Instrument ist eine große rote Warnlampe, deren hypnotisches Design an Kubricks Odysee 2001 im Weltraum  erinnert.

Das Maß der Dinge in einem französischen Auto ist aber der Sitzkomfort. Nichts entspannt so wie ein total bequemer Sitz. Die Ledersessel haben keine profane Höhenverstellung, sondern lassen sich wie ein Schaukelstuhl in die gewünschte Neigung bringen. Die Lenksäule ist einstellbar. Die verstellbaren Kopfstützen sind komplett lederbezogen – einschließlich Halterung.  Hat man seine Sitzposition gefunden, braucht man nur noch den kraftvollen Maserati V6 zu starten und ist überrascht!  Der bislang in der Rubrik der schweren Gleiter verortete SM erhebt jetzt durch seinen Sound den Anspruch ein Sportwagen zu sein. Mit recht, denn sein Motor wurde auch im Maserati Merak verbaut.

Die Schaltkulisse des 5-Gang-Getriebes ist einzigartig, extrem breit und waagrecht und doch ist es eine ganz normale, bequem zu händelnde H-Schaltung. Um all die Details zu entdecken,  die ihm seine Schöpfer im bestreben um ein Ausnahmeauto mitgegeben haben, braucht es wohl mehrere Tage.

Citroen war einmal ein Richtungsweisender Hersteller, der geniale Modelle wie den Traction Avant, den 2 CV oder die DS  hervorgebracht hat. Heute ist Citroen leider in die Bedeutungslosigkeit gespart worden. Aber hier wurde noch aus dem Vollen geschöpft, hier ist zu spüren, dass alle Konstrukteure, Entwerfer und Designer praktisch freie Hand hatten. Im Lastenheft könnte schlicht gestanden haben: „Lasst uns eine zweitürige Legende bauen.“

1970 – vor 50 Jahren also –  mit selbstzurückstellender, geschwindigkeitsabhängiger Lenkung, mit hydropneumatischem Fahrwerk (für das Rolls-Royce von Citroen eine Lizenz erwarb) mit mehrfach abgewinkelter Sicherheitslenksäule, gepolstertem Sicherheitslenkrad und einer 160 bar Hochdruck-Bremsanlage. Es gibt kein Bremspedal, sondern einen Bremspilz, eigentlich ein Ventil. Je fester man das Ventil drückt, desto mehr Druck setzt es frei in Richtung der vier Bremsscheiben, von denen die beiden vorderen innenliegend sind und so auch gleich die ungefederten Massen reduzieren. 1971 gewann ein Citroen SM mit deutlichem Vorsprung die 4.300 km lange Rallye du Maroc, einem Vorläufer  der Wüstenrallye Paris-Dakar.

Natürlich hat ein SM seinen Preis. Schon als Neuwagen lag er mit DM 33’855 über den Mitbewerbern BMW 3.0 CS (DM 27’840), Mercedes Benz 350 SL (DM 29’970) oder Porsche 911 S (DM 30’680). Aber wie schrieb das Schweizer Online-Oldtimermagazin Zwischengas: „Mit seiner eleganten, zeitlosen Karosserie und der exklusiven Technik gehört der SM sicher zu der Gruppe der Fahrzeuge, die in Zukunft deutliche Wertsteigerungen erzielen dürften“.

Die Technik dieses Citroen SM wurde 2017/2018 für € 53.524,64 restauriert. Karosserie und Innenausstattung wurden belassen und so hat er seine ursprüngliche Aura behalten: Das Leder ist Original, der Charme auch. Vive la France!

€ 79.000,– (im Kundenauftrag)

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