Projekt Beschreibung

  • Hersteller: Mercedes-Benz

  • Modell: 280 SE

  • Erstzulassung: 24.04.1969

  • Laufleistung: original 37.988 km

  • Motor: Reihensechszylinder mit Kraftstoffeinspritzung

  • Hubraum in ccm: 2.778 ccm

  • Leistung: 118 kW (160 PS) bei 5.500 U/min

  • Höchstgeschwindigkeit: 193 km/h

  • Getriebe: 4-Gang-Schaltgetriebe

  • Leergewicht: 1.495 kg

  • Abmessungen: Länge 4.900 mm, Breite 1.810 mm, Höhe 1.440 mm

  • Lackierung: Arabergrau (DB-Farbcode 124)

  • Innenausstattung: Originale Werks-Lederpolsterung rot, originale Werks-Teppiche rot

  • Selten schöner & ungeschweißter Originalzustand
  • Von 1969 – 2016 in 1. Hand
  • Sehr geringe Originallaufleistung
  • Originale Werks-Lederausstattung
  • Schaltgetriebe

Das einzige, das an diesem Auto nicht funktioniert ist die Zeituhr. Sie ist irgendwann einfach stehen geblieben. Gerade so, als ob sie bemerkt hätte, dass Zeit in diesem Automobil keine  Bedeutung hat, weil sich hier drin nichts verändert. Wenn man einsteigt und die Türe schließt, gleitet die Zeit scheinbar an diesem Auto außen vorbei, während innen immer noch der 24. April 1969 ist. An diesem Tag hat Signore Alberto Perna diesen Mercedes-Benz 280 SE  im italienischen Falconara Maritima auf sich zugelassen. Seither hat sich nicht viel verändert. Der respektgebietenden Ausstrahlung des Hochkühlers mit Einspritzmotor haben die nur 37.988 km Laufleistung nichts sichtbares anhaben können.

Die hölzerne Armaturentafel ist schlicht und auch nach 51 Jahren noch ohne Risse und ohne Kraquele. Drei chromberingte Instrumente zeigen weiße Ziffern und da wo der Tachometer aufhört steht die ungeheure Zahl 220. In einer Zeit, in der ein ordentlicher Ford Taunus 145 km/h schaffte und viele Tachos bei 160 aufhörten, war das eindrucksvoller als eine 300 heute. Die ruhige Sachlichkeit der Armaturentafel vermittelt Gelassenheit. Wir hatten mal einen CL 500, der hatte im Innenraum 112 elektrische Schalter, Schieber, Dreher und Drücker. Dieser Mercedes 280 SE hat kaum zehn Betätigungen – und fährt auch.

Eine geradezu metaphysische Eigenschaft dieses 51 Jahre alten Originals ist die Sicht, die er auf die Dinge vermittelt. Die hohen Scheiben sind nicht getönt, das Klarglas lässt das Tageslicht unverfälscht ein und gibt dem Innenraum eine reine Helligkeit. So etwas ist man nicht mehr gewohnt,  weil unsere getönten Autoverglasungen wie Sonnenbrillen sind, die man nicht abnehmen kann. Der Blick durch die große klare Frontscheibe ist ein Panoramablick auf die unverfälscht wiedergegebenen Farben der Natur und auf den Mercedes-Stern. Bei dieser Modellreihe stand er das letzte Mal so erhaben und senkrecht auf einem angedeuteten Kühlerverschluss. Er wirkt, als hätte ihn der Vorstandsvorsitzende persönlich nach bestandener Endabnahme an das Auto verliehen – und an dessen Besitzer, um damit dessen Besitzerstolz jeden Tag aufs Neue aufzufrischen, wenn er den Stern erblickt. Und das funktioniert.

Eine weitere Eigenheit haben ihm seine Erbauer mit auf den Weg gegeben: Es gibt keine schlechten Nachrichten. Ein Radio war in diesem Mercedes noch nie verbaut, die Karosserie trägt kein Antennenloch. Die Passagiere werden vor Corona, Kriegen und Steuererhöhungen zumindest akustisch bewahrt. Da wo ein Radio sein könnte, verkündet ein vernickelter Schriftzug auf hölzerner Blende dezent aber präsent „280 SE“ – schöner und nervenschonender als jedes Becker-Radio.

Und man sitzt anders. Etwa so, wie wenn man im Dorchester Hotel mit einem trockenen Martini im Sessel versinkt und nie mehr aufstehen will. Die Sessel des Mercedes 280 SE haben nämlich noch einen richtigen Stahlfederkern. Das Leder kam von der längst erloschenen Lederfabrik Roser in Stuttgart. Generationen von Mercedes-Benz Automobilen sind zumeist gegen vierstelligen Aufpreis damit ausgeschlagen worden. Das war etwas, was Sie mit Königen und Päpsten, Film- und Rockstars gemeinsam haben konnten: Echtes Roser-Leder im Auto. Innerhalb von einer Sekunde ist es am Duft unverkennbar erkennbar- auch nach 51 Jahren noch. So einen Duft gibt es heute in keinem Neuwagen mehr. Genauso wenig wie den feinen Glanz des Leders.

Die Schlingenteppiche sind original und makellos, kein Brandloch, kein Dreck, nichts durchgewetzt. Es gibt Böden von denen kann man essen, auf diesem können Sie operieren. Wohin Ihr Blick auch gleitet, in diesem Auto wirkt alles fast noch wie am 24.April 1969. Hier ist wahrscheinlich noch nie eine Zigarette geraucht worden, war nie ein Sack Gartenabfälle im Kofferraum und auf der Rücksitzbank hat wohl nie ein Kind seine Kekse zerkrümelt. Englische Autohändler sprechen bei topgepflegten Oldtimern nicht von Vorbesitzern sondern von Beholdern, von Behütern. So ist es bei diesem Auto. Die beiden haben das Auto optisch und technisch gepflegt und nicht einfach profan benutzt, um von A nach B zu fahren. Die haben diese schlichte Ausstattung mit der meisterlich  hochwertigen Verarbeitung geschätzt. Dem wunderbaren Zusammenspiel der Mechanik gelauscht. Den vielen drehenden und bewegten Teilen des Reihensechszylinders, die einander präzise zuarbeiten wie die Rädchen in einer handgemachten Breguet Uhr.

Wer das große, schwarz glänzende Lenkrad dieses Mercedes 280 SE mit den Händen umfasst, der versteht warum man früher vom Steuer und nicht vom Lenkrad gesprochen hat. Lassen Sie eine Tür zufallen und Sie wissen, was „Made in Germany“ wirklich bedeutet (hat). Dazu kommen entzückende Entdeckungen auf den zweiten Blick, wie z.B. die massiv hölzernen Scheibenrahmen auf der Innenseite der Seitenfenster. Jede mit 8 kleinen Edelstahl-Schrauben befestigt und mit einer Zierrosette darunter. Daimler-Benz hatte 1969  82 Schreiner beschäftigt. Heute bekommen so etwas nicht einmal mehr Käufer der Maybach-Ausführung.

Weil dieser Mercedes erst 37.988 gepflegte km gelaufen hat, ist noch alles unverbraucht und straff. Nichts ist ausgeleiert. Die vier Gänge schaltet man über den langen dünnen Schalthebel noch von Hand. Man wird nicht von der Elektronik einer irrwitzig aufwendigen 9-Gang-Automatik bevormundet. Wenn man es will, zieht der Motor ab 40 km/h im vierten Gang ruckfrei durch bis zur Höchstgeschwindigkeit. Wer mit 90 über die Landstraße fährt und überholen will, der schaltet einen Gang runter, gibt Vollgas und findet bestätigt, dass der Mercedes 280 SE  im Spurt von 0 auf 100 nur eine einzige Sekunde langsamer war als der Porsche 911 T, der ihm auch in der  Endgeschwindigkeit  nur mit Mühe davon fuhr.

Der übergeordnete Automobilclub Storico Italiano hat diesen Mercedes-Benz 280 SE bereits vor 24 Jahren zertifiziert und ihm eine massive Plakette von der Größe einer mittleren Gedenktafel an den Kühler geschraubt. In Italien ist er damit zum Denkmal erklärt und vollständig steuerbefreit. Seit 2016 ist er in Deutschland  mit H-Kennzeichen zugelassen.

Kaum zu glauben, dass dieses Auto die durchschnittliche Pkw-Lebensdauer bereits um das 5,4 fache überschritten hat und nach einem halben Jahrhundert immer noch in einem solchen Zustand ist. Dieses Auto hat mehr Charakter und Würde als eine teure 2.000 Stunden Restaurierung.

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