Projekt Beschreibung

  • Hersteller: Morgan (GB)

  • Modell: Plus 8

  • Erstzulassung: 20.12.1994 in Stuttgart

  • Laufleistung: original 69.432 km

  • Motor: V8 Zylinder mit Kraftstoffeinspritzung

  • Hubraum: 3.947 ccm

  • Motorleistung: 140 kW / 190 PS bei 4.750 U/Min

  • Höchstgeschwindigkeit: 203 km/h

  • Leergewicht: 955 kg

  • Getriebe: 5-Gang-Schaltgetriebe

  • Lackierung: Corsa Red

  • Innenausstattung: Leder schwarz

  • Ausstattungsmerkmale: Aluminium-Karosserie, Aluminium-Räder, Edelstahlauspuffanlage, Nebelscheinwerfer, Lederpolsterung, Lederlenkrad, 3-Punkt-Sicherheitsgurte und Kopfstützen, rechter Außenspiegel, Wurzelholz-Amaturentafel, verchromte Gepäckbrücke, großer Reisekoffer mit Regenschutzumhüllung und ledernen Verzurrgurten, Verdeck, Seitenscheiben mit Schiebefenstern, teilbare Persenning zum halb- oder ganzseitigen abdecken des Innenraums.

  • Dokumente: Ursprünglicher Kfz-Brief im Original, aktuelle Zulassungsbescheinigungen I & II, original Bedienungsanleitung, original Verkaufsprospekt, ein Ordner mit früheren HU-Prüfberichten und Originalrechnungen aller Inspektionen seit 2004, diverse Test- und Fahrberichte aus diversen Automagazinen.

Morgan ist so exzentrisch-britisch wie Striptease im Radio. Denn Morgan trotzt nicht nur dem englischen Wetter sondern auch der Wirklichkeit. Die Autos sehen aus wie Vorkriegsoldtimer, was in erster Linie daran liegt, dass es Vorkriegsoldtimer sind. Optisch haben sich die seit 86 Jahren produzierten Vierrad Modelle (Morgan baut auch Dreiräder)  kaum verändert und technisch eigentlich nur, wenn ein Zulieferer Pleite ging oder neue Abgas-Gesetze zu technischen Änderungen zwangen.  Ein Morgan ist so flach, dass, man im Dunkeln darüber fallen kann.  Bei dem hier angebotenen Plus 8  Modell wurde sogar noch die Motorhaube von Hand über einem Baumstamm gedengelt. Wie vor dem II. Weltkrieg, werden bei Morgan heute noch immer Fahrzeuge auf einem stählernen Leiterrahmen aufgebaut. Dieser wird mit dem Antriebsstrang aus Motor, Getriebe und Hinterachse versehen. Darauf wird dann ein Eschenholzgerüst aufgebaut und darüber kommt dann die Beplankung aus Stahl oder Aluminium. Das machen die seit 1936 so und arbeiten mit Werkzeugen, die man bei anderen Autoherstellern vergeblich sucht: Säge, Hobel, Reißnadel, Blechschere, Feile und Dengelhammer. Wer bei einem Morgan die Teppiche anhebt, findet darunter einen Holzboden- in einem Auto das über 200 km/h läuft. Wenn man dann eine Verkleidung abbaut, kann man im Inneren der Karosserie noch angezeichnete Linien finden, an denen sich der Karosseriebauer beim zuschneiden der Karosseriebleche orientiert hat.  Der Handarbeitsanteil ist noch heute wesentlich höher als bei Rolls-Royce.

Dieser Morgan +8  stammt aus der goldenen Ära von Morgan, als die Triebwerke noch von Rover kamen, die sonst mit diesem V8 ihre Luxuslimousinen und die großen  Range Rover bestückten. Heute muss Morgan Motoren von Ford und BMW verbauen, weil es Rover und deren Motoren gar nicht mehr gibt.  Seitdem tut sich Morgan auch schwerer mit dem Verkauf, denn Morgan Käufer sind traditionsbewusst. Als Morgan optional Lenkrad-Airbags anbot, hat das niemand bestellt. Airbag? Laaaangweilig, da kann man ja gleich einen Toyota kaufen. Und als man mit dem Aero 8 ein stark modernisiertes Modell auflegte, führten dessen Entwicklungskosten und die hartnäckige Kaufverweigerung  der Morganeers die Firma fast in die Pleite.  Ein Morgan +8 hat einen Rover Achtzylinder  zu haben und Basta. Deswegen steigen ja auch die Preise für gute Exemplare, während die BMW-Varianten preislich im Rückwärtsgang sind.

Denn der Reiz des Morgan und das was seine Fangemeinde überhaupt erst begründet hat, ist der archaisch gebaute, aber brutal zupackende Sportwagen selbst. Schon beim Motorstart umgibt einen ein vielversprechendes V8 Gewitter, aber wenn man beschleunigt, spielt der Plus 8 Fahrleistungen aus, die man einem Auto in Vorkriegsoptik- und Bauweise überhaupt nicht zutraut. Acht kracht. Er ist der John Bull unter den britischen Automobilen: Hier noch mit dem großvolumigen, britischen 3,9 Liter Rover V8 Zylinder mit 190 PS bei nur 955 kg Gewicht. Jedes PS muss also gerade einmal 5,0 kg beschleunigen. Noch weniger als bei einem Porsche 911 (5,2 kg pro PS ) und viel weniger als bei einem Citroen 2 CV (31 kg pro PS). Wie schrieb Morgan so schön im Prospekt: „…this car is equally at home on the racetrack or on the road to work.. each journey will be an adventure.” Wenn Sie wollen und sich trauen geht es bis auf 203 km/h.  Das ist dann was für Leute, die auch bei Windstärke 10 segeln gehen und sich die Packung Fishermans Friends auf einmal in den Mund schütten. 203km/h in einem Plus 8 sind aufregender als 303 km/h in einem Porsche Turbo.  Und wenn man sich beim sturmumtosten Tempo 200 vor Augen führt, dass man da gerade in einem Eschenholzrahmen sitzt, mit dem Hintern kaum 20 cm über der Straße…Tja, he separates the man from the boys!

Aber den meisten Spaß macht ein Plus 8 beim herausbeschleunigen aus malerisch langgezogenen Landstraßenkurven, wenn der Pulsschlag synchron zur Motordrehzahl steigt – Momente vollkommenen Glücks. Wenn die Sonne rot wird und man den Wald riechen kann, stellt man fest, dass der Plus 8 das ideale Fluchtfahrzeug aus dem Alltag ist. Und wer mal morgens um halb vier mit leichtem Kater und offenem Verdeck über die Champs-Élysées gerollt ist, als sich die letzten Neonlichter im feuchten Asphalt gespiegelt haben und der V8 sein Lied dazu gewummert hat, der vergisst das nie mehr. Mit einem modernen Porsche oder Ferrari ist das nicht halb so erinnerungswürdig.

Der hier angebotene +8 stammt aus dem Baujahr 1994 und wurde von seinem Eigentümer am 14. August 2004 mit gerade einmal 13.500 km gebraucht vom Morgan Importeur Merz & Pabst erworben. In den darauf folgenden 18 Jahren haben er und seine Frau mit dem Plus 8 von Schottland bis Südfrankreich die schönsten Landstraßen Europas befahren.  Ein Ordner mit gesammelten Unterlagen und TÜV-Berichten belegt die chronologisch nachvollziehbaren Kilometerstände in den jeweiligen Jahren und die immer sachkundige Wartung bei erster Adresse, sowie die durchgeführten Arbeiten.

Überhaupt befindet sich dieser Morgan +8 in einem liebhabergepflegten Bilderbuchzustand. Das ist ein richtig schönes und sehr gutes Exemplar. Dieser unfallfreie Morgan trägt noch seinen ersten Lack, dessen gleichmäßig tiefer Glanz die perfekte Pflege der vergangenen 28 Jahre buchstäblich wiederspiegelt. Lediglich ein hinterer Kotflügel wurde einmal wegen einer Delle nachlackiert. Der letzte große Service wurde am 27. Mai 2022 durchgeführt – natürlich beim Morgan-Spezialisten.

Wir freuen uns, Ihnen dieses Auto anbieten zu können. Wenn sie einen Morgan +8 suchen, dann sollten Sie sich dieses Exemplar unbedingt ansehen. Wir versprechen Ihnen, dass er die Reise wert ist.

€ 59.900,– (im Kundenauftrag)

oder im Classic Car Leasing:  36 Raten a €393,– bei einer einmaligen Sonderzahlung von € 19.900,–

Für Anfragen rufen Sie uns bitte unter +49 (0)7443 / 1734704 an oder füllen Sie das nachfolgende Formular aus. Wir werden uns dann bei Ihnen melden: