Projekt Beschreibung

  • Hersteller: BMW

  • Modell: 315

  • Fahrzeugart: 4-sitzige Kabriolett-Limousine

  • Bauweise: Stahlblechkarosserie auf  Stahlrohr-Doppeltiefrahmen

  • Baujahr: 1936

  • Erstzulassung: 11. Juli 1936 in Tübingen

  • Abgelesene Laufleistung: 68.389 km

  • Motor: 6-Zylinder-Reihenmotor mit 2 Solex-Vergasern

  • Hubraum: 1.490 cm³

  • Motorleistung: 25 kW (34 PS) bei 3.800/Min

  • Höchstgeschwindigkeit: 105 km/h

  • Leergewicht: 1.665 kg

  • Getriebe: 4-Gang-Schaltgetriebe, 3. + 4. Gang synchronisiert

  • Lackierung: Zweifarben-Lackierung in grau und braun

  • Innenausstattung: Sitze und Türbeläge mit Kunstlederschonbezügen

Es gibt sie noch, die sagenumwobenen Scheunenfunde. Autos, die seit Jahren in rustikaler aber trockener und geschützter Umgebung auf ihre Wiederentdeckung warten. Unter der dicken Staubschicht verbirgt sich manchmal sogar ein verblüffend guter und unverbastelter Zustand – so wie bei diesem BMW 315 mit 6-Zylinder-Motor.

Er hat sogar noch seinen ersten Kfz-Brief, von BMW in Eisenach ausgestellt. Die Kabriolett-Limousine, so die korrekte „teutsche“ Schreibweise, wurde am 11. Juli 1936 mit dem Kennzeichen „IIIM 15197“ auf den Malermeister Karl Gräter in Tübingen zugelassen. Herr Gräter war ein sorgfältiger Mensch. Um die Innenausstattung nicht zu verschmutzen, ließ er die Sitze, Türbeläge und Seitenverkleidungen mit dicken Schonbezügen versehen, darunter befinden sich noch die alten aber praktisch neuwertigen Originalpolster. Seine Malerutensilien transportierte er in einem Anhänger, für den er eine Anhängekupplung an den kraftvollen 6-Zylinder montieren ließ.

Auch das Scheckheft, hier Kundendienst-Gutscheinheft genannt, ist noch vorhanden, tipp topp und gänzlich frei von Eselsohren. Die Service ließ er bei BMW Menton  in Reutlingen durchführen. Die gute Pflege zahlte sich aus. So ist der BMW z.B. noch mit dem Originalmotor Nr. 69469 ausgerüstet, mit dem er 1936 das Werk verließ.

Die originale Bedienungsanleitung ist ein richtiges gebundenes Buch, das Herr Gräter ebenso sorgfältig aufgehoben hat. Darin wird nicht nur die Bedienung des BMW erklärt sondern ganz viel mehr. So lautet die Überschrift auf Seite 30: „Der Weg des Schmieröls in Ihrem Motor wird Sie sicher interessieren.“  Wenn man sich diese Seiten zu Gemüte führt, kann man hinterher am Stammtisch berichten, wie das Tropföl der Schwinghebellager die Stößelführungen schmiert und überlaufendes Öl in das Kurbelgehäuse zurückfließt. Das Ganze ist hübsch farbig bebildert. Spannend ist auch die Drohung auf Seite 54: „Lernen Sie Ihren Vergaser gründlich kennen, sonst sind Sie auf fremde Hilfe angewiesen!“ Usw, usw. wenn Sie das Buch durch haben, können Sie sich zur Gesellenprüfung im Kfz-Handwerk anmelden. Es ist übrigens verblüffend, was man mit einem Schraubenzieher und einem Gabelschlüssel alles selber machen kann. Das Auto hat auch noch keinerlei Elektronik, nur ein bisschen Elektrik.

Wer Lust hat, selbst Hand anzulegen, der wird hier glücklich. Zu dem BMW gibt es jede Menge Ersatzteile dazu: Bremsenteile, Getriebezahnradwellen, noch mehr Wellen, Sitzfedern, Scheinwerfergläser, Lichtmaschine., Anlasser, Kupplungs, Dichtungen, Zündkerzen und ganz viel mehr. Kistenweise Ersatzteile. Eine alte Schrauberweisheit sagt: „Was man hat, braucht man nicht“. Wenn das stimmt, dann kann nicht viel schief gehen.

All zuviel dürfte ohnehin nicht zu machen sein, denn der TÜV ist gerade einmal 10 Jahre abgelaufen. Im Handschuhfach findet sich eine Tankquittung vom 03.10.2009 und eine von 2008. So lange war der Dornröschenschlaf also gar nicht. Ein tolles Vorkriegs-Projekt mit matching numbers, lückenloser Halterhistorie und allen Fahrzeugdokumenten im Original.

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